LÄRMBEDINGTE SCHÄDEN - GEHÖRSCHUTZ

Die Bedeutung des Gehörsinnes

Die Funktion des Ohres reduziert sich bei weitem nicht nur auf das Hören selbst. Vielmehr
hat das wichtigste Sinnesorgan des Menschen die unterschiedlichsten Funktionen zu über-
nehmen. Diese vielfältigen Aufgaben werden jedoch in aller Regel unbewusst als selbstver-
ständlich erachtet, ohne dass man sich dabei Gedanken darüber macht, welche unge-
heuere Leistungs- und Verarbeitungsfähigkeit das Ohr rund um die Uhr erbringen muss.
Es lässt sich nämlich nicht einfach ausschalten, sondern muss auch während der Ruhe-
phase des Schlafes wachbleiben.

Diese vielfältigen Aufgaben, lassen sich (nach Eitner, J.: 1990) in sieben Bereiche einteilen:

1. Informationsfunktion - Unwillkürliche und ununterbrochene Aufnahme des gesamten
    akustischen Umfeldes

2. Warnungs- und Alarmierungsfunktion

3. Aktivierungsfunktion - Das Ohr versorgt die Hirnrinde mit Stimuli. Dies führt zu Vitalität,
    Wachheit und Kreativität

4. Orientierungsfunktion - Richtungs- / Entfernungshören

5. Kommunikationsfunktion - Das Verstandenwerden und das Verstehen

6. Soziale Funktion - Ermöglicht das Gespräch. Das Gespräch ist die Brücke, die Menschen
    an Menschen bindet

7. Emotionale Wahrnehmungsfunktion - Stimmungsinformationen, wie das Gesagte zu
    verstehen ist

Unter diesen Gesichtspunkten gewinnen die Folgen und Auswirkungen einer Hörschädigung
eine ganz andere Bedeutung, bedenkt man den gravierend negativen Einschnitt in die
gesamte Lebensqualität!


Auswirkungen von Lärm

Lautstärke ist eine Empfindung, so wird auch nicht alles, was laut ist, als Lärm empfunden.
So ist das Dröhnen des Motors für Rennsportfans keineswegs unangenehm, genausowenig
wie laut gehörte Lieblingsmusik.

Dennoch schadet beides dem Gehör!

Bedenkt man nun, dass die Lärmschwerhörigkeit die derzeit häufigste Berufskrankheit darstellt
und dass man sich in unserer heutigen Gesellschaft auch außerhalb eines gegebenenfalls in
lärmerfüllter Umgebung ausgeübten Berufes der alltäglichen Geräuschbelastung nicht entziehen
kann, so bleibt nur ein sorgsamer Umgang mit dem von Natur aus gegebenen Gut des Hörver-
mögens.

Während jedoch die Kontrolle und Begrenzung der Lärmbelastung am Arbeitsplatz gesetzlichen
Bestimmungen unterliegen (ab einem Lärm-Beurteilungspegel von 85 db(A) muss Gehörschutz
seitens des Arbeitgebers zur Verfügung gestellt, ab 90 db(A) muss dieser getragen werden),
unterliegt der Freizeitlärm keinerlei Reglementierung

Es kann nur Aufklärungsarbeit geleistet werden und muss an die Vernunft des einzelnen
appelliert werden, Lärm zu meiden, bzw. Präventivmassnahmen in Eigenverantwortung zu
ergreifen. Musik kann man beispielsweise leiser stellen und bei Veranstaltungen mit großer
Lautstärke, kann man Gehörschutz tragen.

Bedenkt man des weiteren, dass viele Zellen unseres Körpers mehr oder weniger regelmäßig
durch neue ersetzt werden, Hörzellen jedoch nicht und auch nach einem Ausfall nicht nach-
wachsen, müssen sie zwangsläufig ein Leben lang halten. Sterben diese ab, hinterlassen sie
zeitlebens eine Lücke, also eine wie auch immer geartete quantitative und qualitative Hör-
minderung. Die Unersetzlichkeit der Hörzellen wird damit deutlich.

In diesem Zusammenhang muss ein weiterer, sehr wichtiger Aspekt erwähnt werden, nämlich
die Tatsache, dass es im Innenohr, d.h. speziell im Corti-Organ, keine Schmerzfasern gibt!
Eine Schädigung der Hörzellen bereitet somit keine Schmerzen, man "spürt" also nichts und
sieht somit also auch nicht die unmittelbare Notwendigkeit eines sorgsameren Umganges mit
Lärm.

Jeder jedoch hat schon einmal die Erfahrung gemacht, ein Zischen und Pfeifen wahrzunehmen,
wenn man z.B. ein Konzert oder eine Diskothek verlässt. Es handelt sich dabei um nichts
weniger, als die Hilferufe, der durch extreme Lautstärke überlasteten Hörzellen. Dies stellt ein
warnendes Signal dar, zukünftig Belastungen dieser Art zu meiden.

Das Gehirn selbst merkt natürlich, wenn nach einem massiven Schallereignis Hörschäden auf-
getreten sind und reagiert sinnvollerweise häufig so, dass hohe Lautstärken als unangenehm,
ja geradezu als schmerzhaft wahrgenommen werden (Hyperakusis).

Gehörschutz
Wenn sich Lärm nicht vermeiden lasst, ist Gehörschutz eine gute Lösung.
Nutzen Sie Gehörschutzmittel, am besten individuell angepasst, um der Geräuschbelastung zu
entgehen und Ihr gutes Hören zu erhalten. Wir beraten Sie gerne über alle Möglichkeiten.

Gerd Kleiser
  
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